Monday, 1. june 2009
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15:53
Hm... was hat mich jetzt nur gepackt? Eine Welle von Blog-Eifer, die bald wieder verschwinden wird, würde ich sagen.
Dennoch oder gerade deshalb sollte ich diese Welle wohl ausnutzen und auf ihrem Rücken so weit wie möglich reiten.
Es gibt einige Dinge, die ich nicht mag und auch einige Dinge, bei denen ich mich unwohl fühle, wenn sie in meiner Nähe sind.
Ich mag es zum Beispiel nicht, wenn man mich morgens mit einem 'Guten Morgen' anspricht, bevor nicht mindestens eine halbe Stunde seit meinem Erwachen vergangen ist. Ich mag es auch nicht, wenn man
vor dem Essen 'Mahlzeit' sagt, da ich nicht verstehen kann, wieso man es denn überhaupt sagt - jeder sieht, dass es eine Mahlzeit ist... 'Guten Appetit' - DAS verstehe ich...
Ich fühle mich nicht wohl, wenn die Tür in einem Raum, in dem ich mich gerade befinde, offen ist, während ich dieser Tür den Rücken zukehre. Ich fühle mich auch nicht wohl, wenn eine Puppe meine
Haut berührt, weil es mir dann jedes Mal aufs Neue Schauer über den Rücken jagt.
Aber vor allem mag ich es nicht, wenn meine Mutter hinter meinem Rücken geht. Ich fühle mich ansonsten nie so unwohl wie in diesen Momenten, in denen ich sie nicht sehen kann, jedoch genau weiß,
dass sie hinter mir geht.
Meistens bleibe ich stehen und lasse sie vorbeigehen - es geht mir besser dabei...
Als ich das gestern machte, wunderte ich mich, wieso es mir denn überhaupt etwas ausmacht. Schließlich macht es mir nichts aus, wenn Fremde hinter mir gehen. Schließlich macht es mir nichts aus,
wenn Freunde hinter mir gehen. Schließlich macht es mir nichts aus, wenn ein anderes Familiemitglied hinter mir geht. Schließlich ist sie meine Mutter. Schließlich würde sie mich nicht
anfallen.
Die einfachste Lösung, die mir schnell einfiel, war die, dass ich ihr nicht vertraute, dass sie mich NICHT anfiel. Dass ich nicht sicher war, dass sie es nicht tun würde. Unterbewusst zumindest.
Rational gesehen wäre das natürlich nicht möglich... und dennoch... Schließlich IST sie eben meine Mutter! Sie kennt mich gut, sollte mich sehr gut kennen. Sollte mich sehr gut verletzen können,
demnach. Und ich vertraue ihr nicht so weit, dass sie so etwas nicht tun würde.
Ich finde es traurig, hätte bei dem Gedanken am liebsten gelacht und geschrien zur selben Zeit. Vielleicht hätte beides zusammen wahnsinnig gewirkt. Wäre interessant gewesen.
Und da ich dieser Versuchung nicht nachgegeben habe, bleibt jetzt nur noch eine Möglichkeit:
Mir einzureden, dass sie eben NICHT der Feind in meinem Rücken ist...
Schwierig, schwierig...
blaxxi